Sonde 294

Die Radarsonde 294 führt die Aufzeichnung von Reflexionen elektromagnetischer Impulse an Grenzflächen im Salz durch. Sie ist als speichernde EMR-Sonde aufgebaut und hat während des Einsatzes keine Verbindung zur Zentrale. Die Messeinrichtung besteht aus den folgenden Komponenten:

  • Erfassungs- und Speicher-Hardware 256MB für die EMR-Kurvenverläufe.
  • Signalaufbereitung für die EMR-Signale mit zeitabhängiger Verstärkung. Die Signalaufbereitung wird über analoge Ausgänge der Erfassungseinheit gesteuert.
  • Sensor und Erfassungseinheit für die axiale Beschleunigung. Über den Beschleunigungskanal werden Bewegungen der Sonde erkannt.

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Innenaufbau der geöffneten Radarsonde 294

Für den Messbetrieb wird zusätzlich ein frei laufender Impulssender und eine Empfangsantenne benötigt. Der freilaufende Sender arbeitet vollständig unabhängig von der Messelektronik. Die Datenerfassung bekommt einen Triggerimpuls vom Sender, der direkt aus dem HF-Signal am Sender-Dipol abgeleitet wird. Das Triggersignal läuft über eine Glasfaserverbindung zum Empfängerteil. Ein Opto-Empfänger setzt dort den Trigger in ein Spannungssignal um. Das Triggersignal und die HF-Spannung der Antenne werden über zwei Koaxialkabel zur Erfassungseinheit übertragen.

Die EMR-Erfassungseinheit ist für den Frequenzbereich von 10 bis 300MHz ausgelegt. Die Abtastrate liegt fest bei 1 GHz. Die Erfassungszeit ist auf 8µs begrenzt (Speichertiefe maximal 8000 Samples). Der mit 50MHz betriebene Analog-Digital-Wandler bietet eine Auflösung von 12 Bit. Das Speichersubsystem ist auf der Basis von synchronen DRAMs aufgebaut. Die Kapazität liegt bei 256 MB (128 M-Worte zu 16 Bit). Als Schnittstelle zur Auswerteseite wird ein Netzwerkkontroller mit 10MB/s eingesetzt.

Die Beschleunigungssignale laufen über einen 33Hz-Butterworth-Filter und werden mit 100Hz kontinuierlich abgetastet. Die Auflösung des Wandlers liegt bei 16 Bit. Der verwendete Sensor hat eine sehr kleine Querempfindlichkeit auf radiale Einwirkungen. Der Einfluss der Schwerkraft auf den Beschleunigungskanal wird über einen Hochpass im Sensor kompensiert.

Die Elektronik der Sonde ist in einem 45mm-Rohr mit einer Gesamtlänge von ca. 1100 mm eingebaut. Das zusätzliche Batteriefach mit einer Länge von ca. 900 mm nimmt 10 Monozellen vom D-Typ auf.

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